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Wissenswertes über Kopfschmerzen

Was sind Kopfschmerzen?

Schmerzen sind jedem von uns bekannt. Doch obwohl sie sehr unangenehm sein können, sind sie ein lebenswichtiges Körpersignal. Sie machen uns darauf aufmerksam, dass eine Gefahr oder Schädigung droht und schützen damit unsere Gesundheit. Kopfschmerzen sind Schmerzen im Bereich des Kopfes, die auf Reizungen von schmerzempfindlichen Regionen zurückzuführen sind. Kopfschmerzen sind eine der häufigsten Arten von Schmerzen und gehören neben Rückenschmerzen zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) haben 50 % der erwachsenen Weltbevölkerung innerhalb des letzten Jahres mindestens einmal an Kopfschmerzen gelitten. Zu den häufigsten Formen zählen Spannungskopfschmerzen und Migräne.

Was sind die Ursachen für Kopfschmerzen?

80 bis 90 % der Kopfschmerzen können keiner bestimmten Ursache zugeordnet werden. Sie werden als primäre Kopfschmerzen bezeichnet, da sie keiner organischen Erkrankung zugrunde liegen. Faktoren wie Stress und Überanstrengung, unregelmäßige und ungesunde Ernährung, zu wenig Schlaf, Rauchen, Alkohol, schlechte Körperhaltung und Verspannungen, Hormonschwankungen bei Frauen, Wetter sowie psychosomatische Ursachen können jedoch die Entstehung von Kopfschmerzen begünstigen. Kopfschmerzen, die durch eine andere organische Erkrankung oder durch Nebenwirkungen eines Medikaments bedingt sind, werden sekundäre Kopfschmerzen genannt. Während Spannungskopfschmerzen, Migräne und Clusterkopfschmerzen zu den primären Kopfschmerzen gehören, zählen grippale Kopfschmerzen oder Kopfschmerzen nach Kopfverletzungen zu den sekundären Kopfschmerzen.

 

 

Welche häufigen Formen von Kopfschmerzen gibt es?

Spannungskopfschmerzen
Beim Spannungskopfschmerz treten beidseitige dumpfe, drückende oder ziehende Kopfschmerzen auf. Dies fühlt sich für Betroffene so an, als ob der Kopf in einem Schraubstock oder in einem zu engen Helm steckt. Verspannungen, Stress oder körperliche Fehlhaltungen können Auslöser für Spannungskopfschmerzen sein.

Migräne
Migräne wird oft durch bestimmte, individuelle Reize, sogenannte Trigger, ausgelöst. Die Kopfschmerzen sind einseitig pochend und werden durch körperliche Aktivität verstärkt. Gleichzeitig leiden Betroffene an Übelkeit und/oder Licht- und Geräuschempfindlichkeit.

Clusterkopfschmerzen
Clusterkopfschmerzen zeichnen sich durch starke, streng einseitige, attackenartig auftretende Kopfschmerzen hinter dem Auge, der Stirn oder Schläfe aus. Die damit verbundenen extremen Schmerzen können die Lebensqualität von betroffenen Personen stark beeinträchtigen.

Grippale Kopfschmerzen
Zu Beginn eines grippalen Infekts (Erkältung) treten meist Halsschmerzen auf, später können Schnupfen, Husten, Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen hinzukommen.

 

Wie werden Kopfschmerzen diagnostiziert?

Bei der Diagnose von Kopfschmerzen hat das Gespräch mit dem Arzt/der Ärztin (die Anamnese) eine wichtige Bedeutung. So können die Merkmale der Beschwerden festgehalten und auf mögliche Hinweise, die die Diagnose erleichtern, untersucht werden. Aufgrund dessen empfiehlt es sich, ein Kopfschmerz-Tagebuch zu führen, dass dem Arzt/der Ärztin einen längeren Rückblick des Beschwerdebilds verschafft und dabei hilft, die jeweilige Kopfschmerzform festzustellen. Wenn eine ursächliche Erkrankung der Kopfschmerzen in Verdacht steht, können bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT und MRT und/oder Laboruntersuchungen (Blut, Urin, Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) aufschlussreich sein.

 

    

Wie können Kopfschmerzen vorgebeugt werden?

Oftmals kann das Auftreten von Kopfschmerzen mit folgenden Lebensstilmaßnahmen reduziert werden:

  • Genügend Schlaf mit regelmäßigen Schlafenszeiten (auch am Wochenende)
  • Ausgewogene und gesunde Ernährung mit regelmäßigen Mahlzeiten
  • Viel trinken (am besten Wasser oder auch ungezuckerte Früchte- und Kräutertees)
  • Moderater, gleichbleibender Koffein-Konsum
  • Wenig Alkohol
  • Verzicht auf Nikotin
  • Regelmäßige Bewegung (speziell Ausdauersport) idealerweise an der frischen Luft
  • Entspannungstechniken (autogenes Training, progressive Muskelentspannung), um Stress abzubauen
  • Individuelle Auslöser für Kopfschmerzen meiden (z.B. laute Geräusche, stickige Räume, Genuss bestimmter Lebensmittel)

   

Wie werden Kopfschmerzen behandelt?

Fast jeder Erwachsene leidet gelegentlich an Kopfschmerzen. Bei starken, wiederkehrenden Kopfschmerzen sollten die Beschwerden medizinisch abgeklärt werden, um eine spezifische Behandlung für die jeweilige Kopfschmerzform festzulegen. Kurzzeitig auftretende Kopfschmerzen, deren Ursache bekannt ist, können selbst behandelt werden. Für die medikamentöse Behandlung von Kopfschmerzen sind u.a. die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Ibuprofen geeignet.

Was ist Ibuprofen?

Ibuprofen ist ein Arzneimittel, dass zur Wirkstoffgruppe der NSAR (non-steroidal anti-inflammatory drug, NSAID) gehört. Es wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend und in höheren Dosen auch entzündungshemmend. Zusätzlich hat Ibuprofen eine schwache Blutplättchen-hemmende Wirkung, was bedeutet, dass es die Bildung von Blutgerinnseln reduziert (Hemmung der Thrombozytenaggregation). Arzneimitteln der NSAR-Gruppe gehören zu den weltweit am häufigsten verordneten Medikamenten. Ibuprofen ist in Deutschland der am häufigsten verschriebene Vertreter dieser Wirkstoffgruppe. Die WHO zählt in der „Essential Drug List“ Ibuprofen zu den medizinischen Mindestanforderungen für ein grundlegendes Gesundheitssystem auf.

Wie wirkt Ibuprofen?

Ibuprofen blockiert die Produktion von Prostaglandinen; Substanzen, die der Körper als Reaktion auf Krankheiten und Verletzungen freisetzt. Prostaglandine verursachen Schmerzen und Entzündungen. Sie werden im Gehirn freigesetzt und können auch Fieber verursachen. In Folge wirkt Ibuprofen entzündungshemmend, schmerzlindernd und leicht fiebersenkend. Die maximale Plasmakonzentration wird nach 1 bis 2 Stunden erreicht. Die Wirkung tritt nach 45 bis 60 Minuten ein und hält ungefähr 4 bis 6 Stunden an. Ibuprofen wird vom Körper durch die Leber verstoffwechselt (metabolisiert). Nach 1 bis 2 1/2 Stunden ist die Hälfte der Wirkstoffmenge über die Nieren ausgeschieden (Halbwertszeit).

Was ist Ibuprofen-Lysinat?

Normales Ibuprofen in Form der Säure ist nahezu unlöslich in Wasser. Deswegen wird Ibuprofen häufig auch als Salz der körpereigenen Aminosäure Lysin eingesetzt. Ibuprofen-Lysinat besitzt eine hohe Wasserlöslichkeit und wird im Magen-Darm-Trakt schneller gelöst als normales Ibuprofen. Der Wirkstoff kann dadurch schneller über die Darmschleimhaut aufgenommen werden, wodurch die Wirkung schon nach ca. 15 Minuten eintreten kann. Studien haben diesen Effekt bestätigt, wobei die Wirkung vor allem dann frühzeitig eintritt, wenn die Einnahme des Medikaments auf nüchternem Magen erfolgt. Die Einnahme mit einer Mahlzeit verbessert jedoch die Verträglichkeit und verringert die Wahrscheinlichkeit von Magen-Darm-Problemen (siehe unten). Ibuprofen in Form von Ibuprofen-Lysinat weist einen schnelleren Wirkungseintritt als normales Ibuprofen auf. Dies hat wiederum einen positiven Effekt auf die Gesundheit der Magen-Darm-Schleimhaut, da weniger Ibuprofen-Gaben für die Schmerzlinderung benötigt werden.

Wie wird Ibuprofen angewendet?

Ibuprofen gibt es in vielen verschiedenen Darreichungsformen. Am beliebtesten sind die klassischen Tabletten, aber auch Kapseln, Zäpfchen, Granulat zum Auflösen, Säfte für Kinder und Babys sowie Salben zur äußerlichen Anwendung sind erhältlich. Tabletten mit bis zu 400 mg Ibuprofen sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Die in der Gebrauchsinformation angegebene Tageshöchstdosis ist dabei zu beachten. Diese muss für Kinder, Personen über 65 Jahren sowie bei einer eingeschränkten Funktion von Leber oder Niere angepasst werden. Medikamente mit einer Ibuprofen-Dosis ab 400 mg sowie Präparate zur Injektion sind rezeptpflichtig.

Wofür wird Ibuprofen angewendet?

Ibuprofen wird zur Behandlung von leichten und mäßig starken Schmerzen eingesetzt. Kopfschmerzen und Migräne, Schmerzen des Bewegungsapparates (wie Muskel- und Gelenksschmerzen) sowie Zahnschmerzen und Regelschmerzen sind geeignete Anwendungsgebiete. Als Einzelpräparat oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen wird Ibuprofen auch bei Fieber, Erkältungen und grippalen Infekten verwendet. Neben der kurzfristigen Selbstmedikation wird Ibuprofen auch nach ärztlicher Absprache als Langzeittherapie bei chronischen Schmerzen (z.B. Arthritis und Rheuma) eingesetzt.

Wie wird Ibuprofen dosiert?

Ibuprofen ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Dosierungen. Die korrekte Dosierung ist essentiell, um das Auftreten von Nebenwirkungen zu vermeiden. Die Dosierung hängt vom Anwender ab und davon, für welches Anwendungsgebiet Ibuprofen eingesetzt wird. Bei der Selbstmedikation beträgt die übliche Dosis für Erwachsene zur Linderung von leichten bis mäßig starken Schmerzen 200 mg bis 400 mg oral alle 4 bis 6 Stunden. Die Tagesmaximaldosis beträgt 1200 mg. Bei Erwachsenen mit Rheuma oder Arthritis (ärztlich verordnet) kommen Einzeldosen von 400 mg bis 800 mg zum Einsatz. Hier liegt die Tagesmaximaldosis bei 2400 mg. Der Patient muss unter ärztlicher Aufsicht auf Nebenwirkungen überwacht werden. Die Dosis sollte so angepasst werden, dass der Patient die niedrigste Dosis einnimmt, um die Behandlungsziele ohne Nebenwirkungen zu erreichen. Abhängig von der Wirkstoffmenge unterscheiden sich Medikamente mit Ibuprofen darin, wie oft und in welcher Menge sie angewendet werden sollen. Für Jugendliche und Kinder ist die Dosierung vom Alter und Körpergewicht abhängig und jeweils anzupassen. Genaue Angaben hierzu stehen in den jeweiligen Gebrauchsinformationen.

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Ibuprofen auftreten?

Wie bei allen Medikamenten können auch bei der Anwendung von Ibuprofen Nebenwirkungen auftreten. Ibuprofen wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend, da es die Bildung von Prostaglandinen, entzündungsvermittelnden Gewebshormonen, hemmt. Gleichzeitig wird durch die Hemmung der Prostaglandin-Synthese die Produktion der schützenden Schleimschicht des Magen-Darm-Trakts reduziert, vor allem die des Magens. Dadurch können unter anderem Sodbrennen, Bauchschmerzen, Erbrechen und bei längerer Anwendung auch die Bildung von Magen-Darm-Geschwüren ausgelöst werden. Magen-Darm-Beschwerden sind typische und häufige Nebenwirkungen von Arzneimitteln der NSAR-Gruppe. Deswegen wird empfohlen, Ibuprofen nach einer Mahlzeit und nicht auf nüchternen Magen einzunehmen. Dies gilt vor allem für Personen mit empfindlichem Magen. Weitere Nebenwirkungen, die auftreten können, sind z.B. Überempfindlichkeitsreaktionen, Blutbildungsstörungen sowie Funktionsstörungen von Leber oder Niere.

Was ist bei der Einnahme von Ibuprofen noch zu beachten?

Medikamente können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen und schlimmsten Fall sogar die Wirkung aufheben. Dies wird als Arzneimittelwechselwirkung bezeichnet. Auch bei der Einnahme von Ibuprofen sind Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt. Des Weiteren ist die Anwendung von Ibuprofen bei bestimmten Personen nicht geeignet. Diese Informationen können den jeweiligen Gebrauchsinformationen entnommen werden. Bei Personen mit Vorerkrankungen, Schwangeren und Stillenden und jenen, die andere Medikamente einnehmen, ist es wichtig, den behandelnden Arzt/die behandelnde Ärztin bezüglich der Anwendung von Ibuprofen um Rat zu fragen.

 


Hinweis
Dieser Artikel dient zu Ihrer allgemeinen Information. Stellen Sie bitte keinesfalls selbst eine Diagnose, sondern suchen Sie, wenn Sie Fragen oder Beschwerden haben, eine Ärztin/einen Arzt auf. Anhand klinischer Erfahrungen kann sie/er die Symptome richtig einschätzen und gegebenenfalls weitere Schritte einleiten.

Quellen
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